Art der Veröffentlichung
Datum
18.04.2013

Kulturbaustelle Staatstheater

Das Ansehen des größten Drei-Sparten-Hauses in Europa nicht gefährden 

Die Württembergischen Staatstheater Stuttgart kommen nicht mehr aus den Schlagzeilen heraus: Nach immer neuen Hiobsbotschaften im Zusammenhang mit der Sanierung des Schauspielhauses droht nun nicht nur bei der anstehenden Opernhaussanierung, sondern auch beim Neubau der John-Cranko-Schule ein weiteres Debakel: Die Sanierung der Oper wurde entgegen dem von Stadt und Land beschlossenen Zeitplan noch gar nicht begonnen, die dafür vorgesehenen Kosten in Höhe von 18 Mio. Euro in aller Öffentlichkeit vom Geschäftsführenden Intendanten in Zweifel gezogen, und für die geplante Ballettschule zwischen der Wera- und der Urbanstraße kommen die beauftragten Projektsteuerer Drees & Sommer zum Ergebnis, dass der Neubau nicht wie ursprünglich ausgeschrieben 25 Mio. Euro, sondern mittlerweile mindestens das Doppelte kostet.

Diese Probleme sind für sich alleine genommen schon gravierend genug. In ihrer Gesamtheit jedoch stellen sie eine extreme Belastung für die Mitarbeiter und Verantwortlichen des größten Drei-Sparten-Hauses in Europa dar und gefährden das Ansehen der Kulturstadt Stuttgart. Das ist umso ärgerlicher, als dass die Landeshauptstadt davon nur scheibchenweise und oft erst aus der Presse erfahren musste, obwohl sie doch eigentlich nicht nur, was die hälftige Finanzierung der Kosten anbelangt, ein Partner des Landes auf Augenhöhe sein sollte.

Anlässlich dieses Umstandes wäre nun zu prüfen, ob es die Möglichkeit gibt, dass in Zukunft das Land die Baukosten komplett übernimmt. Diese Handhabung würde sich als logische Konsequenz daraus ergeben, dass das Land Eigentümer der Gebäude des Drei-Sparten-Hauses ist.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jürgen Sauer dazu: Wir sind nicht mehr bereit, tatenlos zuzuschauen, wie das Debakel um die Württembergischen Staatstheater immer größere Ausmaße annimmt. Deshalb hat die CDU-Fraktion beantragt:

1.   Die Stadtverwaltung nimmt die Themen Sanierung von Schauspiel- und Opernhaus sowie den Neubau der John-Cranko-Schule auf die Tagesordnung.

2.   Dabei werden der Oberbürgermeister und die zuständigen Fachbürgermeister um einen Sachstandsbericht sowie um Vorschläge gebeten, wie die Fehler der Vergangenheit zusammen mit dem Land in Zukunft korrigiert werden können.

3.   Außerdem bitten wir die Stadtverwaltung um eine Bewertung unseres Vorschlages, das Land als Bauherr in Zukunft alleine die Kosten für Baumaßnahmen übernehmen zu lassen, während die Stadt Stuttgart - analog zu Karlsruhe für das Badische Staatstheater - ihrer Verantwortung für die Württembergischen Staatstheater bei den Kosten für den laufenden Betrieb und den Bauunterhalt gerecht wird.

Damit macht die CDU-Fraktion deutlich, wie wichtig dieses Thema für die Stadt und seine Bügerinnen und Bürger – sie drängt darauf, hier in der Sache weiterzukommen.