Art der Veröffentlichung
Datum
13.04.2017

Macht Fortschritt Feinstaub fort?

Die Nachricht macht hellhörig: Beim letzten, am 1. April zu Ende gegangenen Feinstaub-Alarm gab es keinen einzigen Tag, an dem die Grenzwerte überschritten worden sind. Mit 28 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft lag der Wert am letzten Tag des gut einwöchigen Feinstaubalarms deutlich unter dem Grenzwert von 50 Mikrogramm. Woran liegt das? Zwar gibt es noch keine abschließende Auswertung, doch in die genauere Betrachtung fällt neben einem möglicherweise besseren Luftaustausch angesichts saisonal bedingt steigender Temperaturen auch die intensive Straßenreinigung.

Ende April ist mit ersten Auswertungen des Pilotprojekts zu rechnen. Momentan spricht jedenfalls viel dafür, dass die Straßenreinigung einen positiven Effekt im Sinne der Feinstaubreduktion am Neckartor hat. Einem Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zufolge, so liest man, ist die neue Straßenreinigung wohl mit ursächlich für die niedrigeren Werte beziehungsweise die Nicht-Überschreitungen. Auffallend ist auch, dass die Differenz  zwischen den Werten am Neckartor zu anderen Messstellen weit geringer ist als vor Aufnahme des Kehrversuchs.

Wie Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz bereits zu Beginn des Versuchs sagte: „Damit haben wir eine Maßnahme angestoßen, … auf deren Ergebnisse alle sehr gespannt sein dürfen“ (wir berichteten - Stuttgarter Amtsblatt 9.3.2017, „Mit Fortschritt gegen Feinstaub“). Und um es nicht ohne einen gewissen Stolz auf die eigene Hartnäckigkeit zu wiederholen, die CDU-Fraktion war es, die im vergangenen November schriftlich beantragte, die Nassreinigung der Cannstatter Straße nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen.

Aufs Recht haben kommt es der CDU gleichwohl nicht an. Vielmehr geht es ihr darum, Denkverbote zu vermeiden, um neue Wege beschreiten und so auch mit fortschreitender Technik zielführende Maßnahmen gegen das Feinstaubproblem unternehmen zu können.

„Macht also Fortschritt Feinstaub fort?“ Wie auch immer die Auswertungen im Detail ausfallen werden, der Versuch „Straßenreinigung Feinstaub“ ist in jedem Fall lobenswert. „Am liebsten wäre es uns deshalb, ihn ohne Unterbrechung fortzuführen. So habe wir es auch beantragt. Denn jedes Mikrogramm Feinstaub weniger ist gut, auch dann wenn kein Feinstaubalarm herrscht.“ Da die unterbrechungsfreie Fortführung aber, wie jetzt dargelegt, aus wissenschaftlichen sowie finanztechnischen Gründen nicht möglich ist, fordert die CDU, nach den Auswertungen spätestens im Mai und damit lange vor Beginn der nächsten Feinstaubsaison die Kehrmaßnahme wieder aufzunehmen.