Art der Veröffentlichung
Datum
02.04.2015

Masern-Impfung ist wichtig

Das Thema ist aktueller denn je: In Deutschland ist die Zahl der an Masern Erkrankten in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen, ein Kind ist durch die Infektion bereits gestorben.

Die Frage ist, muss es so weit kommen? Nein, lautet die Antwort aus medizinischer Sicht – mit dem Zusatz – wenn der Impfschutz in der Bevölkerung entsprechend hoch ist.

Doch das ist in verschiedenen Teilen in Deutschland (leider) nicht der Fall. Die vergleichsweise  geringe Impfrate ist bei den Menschen allerdings nicht ausschließlich auf eine ablehnende Haltung gegenüber einer Impfung zurückzuführen, sondern ebenso auf Unwissenheit.

Unter der Annahme, dass gezielte Aufklärung und Information die Bereitschaft zum vorbeugenden Piks gegen Masern signifikant erhöhen und damit die Infektionsgefahr deutlich senken würde, sind entsprechende Maßnahmen mit Nachdruck zu propagieren und umzusetzen. „Als beste Maßnahme erscheint hier die Impfpflicht!“, sagt Stadtrat Dr. Cornelius Kübler, der Arzt von Beruf ist.

„In dem Wissen, dass eine allgemeine Impfpflicht schwer durchsetzbar ist wollen wir doch die besorgniserregende aktuelle Situation des Masernausbruchs nutzen, um nun endlich bessere Schutzvorkehrungen für die Zukunft zu treffen und die impfmüden Mitbürger in die Pflicht zu nehmen.“ Derartige Anstrengungen schulde die Gesellschaft insbesondere auch den Kleinkindern, die noch nicht geimpft werden können und bei Ansteckung ihr Leben lassen müssen.

Für die CDU-Fraktion hat der Stadtrat deshalb eine Anfrage an die Stadtverwaltung gerichtet. Darin wird gefragt, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit Stuttgart selbstständig eine Impfpflicht für Kinder in kommunalen Kitas durchsetzen kann. In diesem Sinne erweitert sich die Frage dahingehend, wie die Stadt darauf hinwirken kann, dass einer allgemeinen Masern-Impfpflicht Vorschub geleistet wird. Könnte dies etwa im Verbund mit anderen Kommunen über den Städtetag geschehen? Zudem wird angemerkt, noch dezidierter Aufklärungsarbeit durch die Stadt an Kindertageseinrichtungen und Schulen zu leisten. „Das heißt, wie werden die Eltern erreicht und überzeugt, um sich und ihre Kinder tatsächlich impfen zu lassen?“, so Stadtrat Dr. Kübler. Beispielhaft nennt er die direkte Ansprache durch einen Mediziner am Elternabend.

Wichtig seien auf jeden Fall Maßnahmen der verbesserten Aufklärungsarbeit, was wohl nicht ohne einen gewissen finanziellen Mehraufwand möglich ist. „Auch darüber muss man sich im Klaren sein, doch steht hier der Gesundheitsschutz eindeutig im Vordergrund.“