Art der Veröffentlichung
Datum
24.02.2014

Mobilität und Verkehr regional denken und umsetzen

Derzeit finden intensive Gespräche zwischen dem Verkehrsministerium des Landes, der Regionalversammlung Stuttgart, den Landkreisen und der Landhauptstadt, vertreten durch Oberbürgermeister Kuhn, statt.

Inhalt der Gespräche ist die zukünftige Verteilung der Zuständigkeiten im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Region Stuttgart.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass zukünftig die Fragen der Mobilität und des Verkehrs nicht mehr separat innerhalb der jeweiligen Gemarkungsgrenzen der Landkreise beziehungsweise der Landeshauptstadt gestellt werden dürfen und können, sondern dass hierzu mindestens in der Größenordnung der Region Stuttgart die Referenz sein muss. Und diese Fragestellungen dürfen sich zukünftig auch nicht nur auf den S-Bahn Verkehr beschränken. Die  Notwendigkeit einer regionalen Betrachtung ergibt sich schon aus der großen Zahl derer, die täglich mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln die Grenzen eines Landkreises oder die Stadtgrenze Stuttgart überqueren. Täglich pendeln alleine aus der Region über 200.000 Menschen nach Stuttgart ein und aus. Daran erkennt man: Lösungen und Verbesserungen in Bezug auf die Mobilität können nur im größeren Rahmen und nur gemeinsam erzielt werden.

In Stuttgart wird es keine merkbaren Veränderungen am modal-split (die Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel) hin zur verstärkten Nutzung des ÖPNV kommen, wenn die Menschen außerhalb Stuttgarts nicht bereit sind, vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen. Verstärkte Anreize für diesen Wechsel können in Stuttgart aber entweder technisch gar nicht mehr oder nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand geschaffen werden, beispielsweise durch den Bau einer neuen Tunnelröhre für die S-Bahn im Bereich der Stammstrecke, um den Takt in der Hauptverkehrszeit zu verdichten. Aufgrund des gegebenen Umstands müssen in der Region an den Bahnhöfen und im Busverkehr bessere Verbindungen und Anschlüsse eingerichtet werden, so dass der Umstieg für neue Kunden tatsächlich attraktiv wird.

Außerdem müssen wir wegen der schon heute sehr großen Auslastung des ÖPNV in der Stuttgarter City in den Hauptverkehrsstunden prüfen, ob Fahrgäste aus der Region, deren Ziel gar nicht zwingend die Stuttgarter Innenstadt ist, nicht auch eine attraktive Möglichkeit bekommen, mit dem ÖPNV um Stuttgart herum zu ihrem Ziel zu fahren. Dieser Ausbau der Tangentialverbindungen würde den ÖPNV in Stuttgart entlasten und damit neue Kapazitäten für Pendler schaffen, deren Ziel die Stuttgarter City ist.

Alleine diese beiden Beispiele zeigen: Zukünftige Mobilität muss regional gedacht werden. Für Stuttgart, seine Einwohner sowie für die Attraktivität Stuttgarts als Wirtschaftsstandort ist mit entscheidend, wie gut der ÖPNV auch außerhalb der Stuttgarter Gemarkung organisiert ist. Deshalb spricht sich die CDU-Fraktion dafür aus, dass der Gemeinderat aktiv an den erforderlichen Diskussionen teilnimmt und seine Erfahrungen einbringen kann.

Die CDU-Fraktion hat deshalb beantragt: Die Verwaltung setzt den Punkt „Zukünftige Mobilität in der Region“ zeitnah auf die Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt und Technik. Das Thema soll Schwerpunkt der Sitzung sein – als Gesprächspartner einzuladen sind  dazu auch Vertreter der Region Stuttgart.