Art der Veröffentlichung
Datum
26.07.2018

Nassreinigung stoppt Feinstaub

Jahrelang hat Stuttgart gegen zu hohe Feinstaubwerte in der Landeshauptstadt kämpfen müssen, nun scheinen wir am Ziel zu sein. In diesem Jahr gab es bisher erst 16 Tage mit einer Überschreitung des Feinstaubgrenzwerts und 35 Überschreitungstage wären erlaubt. Noch vor einem Jahr wäre eine so gute Nachricht nicht für möglich gehalten worden, nun können wir das Thema „Feinstaub“ fast zu den Akten legen.

Doch wie kommt es zu dieser positiven Entwicklung? Drei Faktoren sind entscheidend. Zum einen spielt uns der technische Fortschritt in die Karten. Durch die stetige Erneuerung der Fahrzeugflotte sinken die Feinstaubwerte kontinuierlich. Zum anderen spielte uns das Wetter in diesem Winter durchaus mit vergleichsweise viel Regen in die Karten. Doch als dritter und wahrscheinlich größter Faktor stellte sich die Nassstraßenreinigung heraus. „Manchmal ist man sich bei neuen Ideen auch unsicher, ob sie wirklich wirken“, meint CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. „Doch mit der CDU-Idee das Thema Nassstraßenreinigung intensiv und mit neuen Maschinen anzugehen, haben wir offensichtlich ins Schwarze getroffen.“ An der Messstation „Neckartor“ ist ein positiver Unterschied zwischen Reinigungstagen und Nicht-Reinigungstagen am Feinstaubanteil feststellbar. Die Nassstraßenreinigung Am Neckartor, der Cannstatter Straße und der Heilmannstraße hat für eine Reduzierung der Feinstaubüberschreitungstage von 65 Prozent gesorgt.

Dank der professionellen Umsetzung des Reinigungsversuchs unter der Leitung der DEKRA konnte nun im Ausschuss für Umwelt und Technik von objektiver Seite festgehalten werden: „Die erarbeiteten Datenvergleiche deuten auf eine Wirksamkeit der Reinigungsmaßnahmen am Neckartor hin.“ Eine sehr technische Zusammenfassung der Faktenlage, die auch kurz hätte lauten können: „Putzen hilft“.

Gereinigt wurde in den letzten zwei Jahren an 116 Tagen mit einer Kombination aus Wasserdruck mit gleichzeitiger Absaugung und einer mechanischen Reinigung auf den Gehwegen. Insgesamt sind dabei jeweils sieben Kilometer Fahrbahn und 2,5 Kilometer der angrenzenden Gehwege abgefahren und gereinigt worden. „Es ist wirklich eine tolle Nachricht, dass dieser Versuch einen so positiven Effekt gegen den Feinstaub hat“, freut sich Alexander Kotz. Die Testphase ist nun beendet und soll bis zum Oktober in einen Regelbetrieb überführt werden. „Damit hat sich das ganze Thema Feinstaub relativiert und wird inzwischen auch durch das Thema Stickstoffdioxid überdeckt“, analysiert Alexander Kotz. „Feststeht für uns damit auch, dass wir die ‚Feinstaubalarmtage‘ nun abschaffen können.“