Art der Veröffentlichung
Datum
29.03.2018

Neubau Katharinenhospital

Mit obiger Überschrift ist auch die Beschlussvorlage 20/2018 für den Gemeinderat betitelt. Sie indiziert, dass es sich bezüglich des Klinikums Stuttgart um einen großen Wurf handelt. Und in der Tat geht es beim Katharinenhospital anders als ursprünglich geplant nicht mehr um eine umfassende Sanierung, sondern um umfangreiche Neubauten. Neben dem städtebaulichen Zwilling des Hauses E zu Haus F, was auch den Eingangsbereich markiert, sollen danach zudem Haus A und Haus B, die so genannten Bettenhäuser, neu gebaut werden.

Die Gründe für diese Neuaufstellung sind vielfältig, sprechen aber allesamt durchaus für diese konzeptionelle Neuausrichtung. Einer davon ist, dass die bauzeitlichen Risiken der bisherigen Planungen deutlich höher sind. Zudem sprechen funktionale Verbesserungen und erreichbare Synergien für den kompletten Neubau des Katharinenhospitals. So sollen gemäß der Neuplanung die Operationsräume zentralisiert und miteinander direkt verbunden werden – auch zum Olgahospital hin soll diese Anbindung erfolgen.

Eine besondere Herausforderung ist sicher, dass unter laufendem Betrieb gebaut wird und zudem ohne Interimsmaßnahmen. Klar ist dabei auch, dass sich das Gesamtkostenbudget merklich erhöht, von rund 430 Millionen Euro auf rund 753 Millionen Euro, wobei erstere Zahl sich zwischenzeitlich auf 606 Millionen Euro belaufen würde. Zieht man die Landesförderung ab, bleiben etwa 287 Millionen Euro, die Stadt und Klinikum zu finanzieren haben. Das Klinikum alleine kann diese Kosten sicherlich nicht stemmen, weshalb zweifellos die Stadt hierbei Unterstützung leisten werden muss.

„Dennoch ist unterm Strich zu konstatieren: Der Gesamtnutzen beziehungsweise die sich ergebenden Vorteile überwiegen eindeutig den finanziellen Mehraufwand für die Investitionen“, sagt Dr. Klaus Nopper, Sprecher der CDU-Fraktion im Krankenhausausschuss. Schließlich soll das neue Klinikum für die kommenden Jahrzehnte gebaut werden. Suboptimale Lösungen, wie sie nach den bisherigen Planungen im Vergleich zu den jetzt avisierten Maßnahmen entstehen würden, können so vermieden werden.

Im Jahr 2028 feiert das Katharinenhospital sein 200-jähriges Bestehen, 2029 wird ein komplett neu errichtetes Klinikum Realität. Ein führendes Krankenhaus der medizinischen Maximalversorgung, wie man es von Stuttgart als Zentrum einer Metropolregion erwarten darf. „Der Gemeinderat hat mit seinem Beschluss für das neue Katharinenhospital ein klares Zeichen gesetzt, für ein Krankenhaus nach modernstem Standard“, so Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz.