Art der Veröffentlichung
Datum
12.01.2017

Ostheimer Tunnel prüfen

Wer Politik betreibt, muss dicke Bretter bohren können. Denn von der Idee bis zur Umsetzung eines Vorhabens braucht es in der Regel viel Kraft und Zeit.

Die CDU-Fraktion hat beim Thema Ostheimer Tunnel gerade ein solches Brett angebohrt. Zugleich sagt ihr Fraktionsvorsitzender Alexander unüberhörbar: „Wir reden überhaupt noch nicht von der Umsetzung. Zuerst geht es darum, die Möglichkeiten, die ein Tunnel als Straßenverbindung zwischen Gebhard-Müller-Platz in der Innenstadt und B10/B27 in der Nähe des Gaskessels bietet, genauer zu untersuchen.“

Vielversprechend erscheint der Ostheimer Tunnel nach einer ersten Bewertung durch die Stadtverwaltung allemal. Denn durch eine solche Straßenverbindung würde sich die Verkehrsleistung im Innenstadtbereich um rund einen Kilometer verkürzen. Zwei Tonnen Feinstaub pro Jahr und zehn Tonnen Stickstoffdioxid könnten damit hier vermieden werden. Die B14 im Bereich der Cannstatter Straße würde um rund ein Drittel der Verkehrsmenge entlastet.

Neben den Verbesserungen im Verkehrsfluss und in der Lebensqualität gerade auch im Osten aufgrund von anzunehmender Lärm- und Schadstoffreduktion, eröffnet die unterirdische Trasse auch städtebauliche Entwicklungschancen, da sich hierdurch Verkehrsknotenpunkte entsprechend umgestalten lassen.

„Wenn wir davon ausgehen, dass trotz des gewünschten Ausbaus des öffentlichen Nahverkehrs und des Radverkehrsnetzes, der Individualverkehr nicht geringer wird, was sicher eine realistische Annahme ist, stellt der Ostheimer Tunnel mittel- und langfristig eine aus heutiger Sicht große Chance dar“, erklärt Alexander Kotz. Jetzt gelte es, ergebnisoffen genauer zu prüfen, wie sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Detail darstellt. Für eine solche Untersuchung müssten die dafür erforderlichen Finanzmittel durch entsprechenden Beschluss so schnell wie möglich bereitgestellt werden.

Ob man den auf bisher 400 bis 600 Millionen geschätzten Ostheimer Tunnel dann baut, ist deshalb keine Frage, die sich heute stellt. Vielmehr geht es im Kontext der nachhaltigen Senkung der Feinstaub- sowie der Stickoxidwerte darum, die Mobilität und die Wirtschaftsdynamik samt Arbeitsplätzen in Stuttgart und in der Region zu erhalten.

Hier lohnt es, über den Tellerrand zu schauen oder anders ausgedrückt, eine Vision aufzuzeigen und sich dieser schrittweise ganz real zu nähern. Fraktionsvorsitzender Kotz: „Es ist angebohrt – nicht der Tunnel, sondern das Brett. Wir werden im Gemeinderat weiter dafür werben, die durch den Ostheimer Tunnel sich ergebenden Verbesserungen zu prüfen.“