Art der Veröffentlichung
Datum
11.12.2014

Parkplätze an Einkaufszentren

Brauchen Einkaufszentren Parkplätze? Was für eine Frage, möchte man sagen. Selbstverständlich brauchen Einkaufszentren Parkplätze, und zwar ausreichend viele, damit die Kunden, die mit dem Auto kommen, dieses in nicht allzu weiter Ferne vom Einkaufsort abstellen müssen.

Das wusste man auch beim Bau des kürzlich eröffneten Milaneo. Dieses große Einkaufszentrum mit 200 Läden und Lokalen in der Stuttgarter Mitte ist ein Magnet für die Menschen aus Stuttgart und dem weiteren Umland. Das ist erfreulich, haben sich doch im Vorfeld manch kritische Stimmen vernehmen lassen, die der Stadt eine Übersättigung an Einkaufsmöglichkeiten zusprachen. Das Milaneo wie auch das neue Gerber tun der Stadt gut. Es entstehen Arbeitsplätze hier, es wird Kaufkraft hier gebunden und Stuttgart ist um weitere Anziehungspunkte bereichert worden.

Doch zurück zum Shoppen im Milaneo. Wenn es jetzt heißt, dass nicht abzusehen war, dass mehr als die vorhandenen Parkplätze benötigt werden, ist das nicht richtig. Der Bauherr wäre bereit gewesen, deutlich mehr Parkplätze zu bauen. Doch die öko-linke Mehrheit  drückte die Zahl nach unten auf 1680 Plätze für den Gesamtkomplex. Dieselbe Mehrheit plädierte sogar für eine noch geringere Stellplatzzahl. Die CDU-Fraktion hatte gut vernehmbar darauf hingewiesen, die Parkplätze nicht zu stark zu reduzieren – zum Glück. Denn hätten die anderen sich weiter durchgesetzt, wäre der jetzt eingetretene Negativ-Effekt, dass die umliegende Wohnbevölkerung aufgrund des vorherrschenden Parkdrucks leidet, wohl noch größer gewesen. „Die Quittung für die grün-rot-rote Haltung im Gemeinderat liegt also vor“, so Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz, „doch dass es jetzt keiner gewesen sein will, war ebenso absehbar“. Die großen Probleme der Anwohner mit Parksuchverkehr und zugeparkten Gehwegen sind das Ergebnis grün-roter Verkehrspolitik in Stuttgart“, so Kotz weiter.

Weitsicht sieht anders aus! Selbstredend muss der öffentliche Personennahverkehr in seiner Nutzung gefördert werden. Und das Beispiel Milaneo zeigt ja, dass viele Menschen diesen Verkehrsträger gern in Anspruch nehmen. Aber dass nun die Grünen den Betreibern des Milaneo vorwerfen, sie würden die Nutzung des ÖPNV durch ihre Kunden nicht ausreichend fördern, zeugt von wenig Sachkenntnis. So wird zum Beispiel extra ein Lieferdienst für gekaufte Waren nach Hause angeboten, damit die Kunden Bahn und Busse auch trotz großer Einkäufe nutzen können.

Guter Rat ist nun teuer – nach vertaner Chance geht es darum, im Nachhinein eine ordentliche Lösung zu finden.