Art der Veröffentlichung
Datum
28.01.2016

Ratskeller bald zu - und nun?

„Mit Verwunderung und Enttäuschung müssen wir die Mitteilung zur Kenntnis nehmen, dass es auf unbestimmte Zeit kein öffentliches gastronomisches Angebot im Stuttgarter Rathaus gibt“, sagt Stadtrat Joachim Rudolf.

Peinlich, dass ausgerechnet die Stadtverwaltung für das Schließen der letzten Gastro-Einrichtung am Marktplatz verantwortlich ist. „Der Aufschrei von Bürgerinnen und Bürger und auch unsere politischen Anträge etwa von Anfang 2014 und Mitte 2015 nach Schließung des Café Scholz scheinen die Verantwortlichen der Stadtverwaltung nicht gerade beeindruckt zu haben“, merkt Stadtrat Dr. Fabian Mayer an.

Auf die Ausschreibung durch die Verwaltung sind aussichtsreiche Bewerbungen eingegangen mit Konzepten, wie die „gute Stube“ der Stadt saniert und als solche weiter betrieben werden kann. So jedenfalls kam es den Stadträten zu Ohren.   

Doch in den Haushaltsberatungen ist nur ein "Platzhalter" für eine Finanzierung der Sanierung eingestellt worden und am Ende wurde dem Gemeinderat mitgeteilt, dass die Ausschreibung aufgehoben wurde und man damit ohne Pächter dasteht! Somit schließt im März 2016 der langjährige Pächter und Familienbetrieb Brunner notgedrungen die Türen zu.

Ein inakzeptabler Zustand ist dies, weshalb die CDU-Fraktion die Verwaltung auffordert, den Gemeinderat detailliert darüber aufzuklären, wie es so weit kommen konnte. Sie bittet um Klärung mehrerer sich aufdrängender Fragen.

So ist von Interesse, wie die Stadtverwaltung weiter vorzugehen gedenkt, um möglichst zeitnah wieder eine dauerhafte Gastronomie im Rathaus zu ermöglichen? Ein Zeitplan für die Wiedereröffnung des Ratskellers wird gefordert. Eine zentrale Frage zudem ist, auf welche Höhe die Kosten für eine Modernisierung des Ratskellers realistischer weise zu beziffern sind.

In diesem Kontext ist es angebracht, dass die Stadtverwaltung grundsätzliche Überlegungen zur Modernisierung des Ratskellers anstellt. Dazu gehören etwa dessen Zugänge mit der Maßgabe, diese attraktiver zu gestalten. Auch dem Gedanken über die gastronomische Nutzung des Marktplatzes insgesamt, also auch unter Einbezug des Umfeldes wie Breuninger, Breitling und Haufler ist nachzugehen.   

„Darüber hinaus fordern wir“, so die Stadträte Rudolf und Mayer: „dass es eine temporäre Nutzung der bisherigen Gastronomie beziehungsweise Teilen davon während der Planungs- und Umbauzeit gibt. Das betrifft beispielsweise den Stadtbesen und die Außenflächen.“  Die Verwaltung solle dazu mit interessierten Gastronomen Gespräche führen und zeitnah eine Auswahl treffen.