Art der Veröffentlichung
Datum
28.04.2016

Schülerhäuser weiterentwickeln

Die Schülerhäuser als Betreuungsform mit einheitlichen Standards sind ein Erfolgsmodell in Stuttgart. Als verbindliche Vorstufe zur Ganztagsschule werden sie seit dem Schuljahr 2012/2013 eingerichtet. Das Schülerhaus stellt eine Zwischenlösung dar bis zum dem Zeitpunkt, wo die Grundschule zu einer echten Ganztagsschule umgestaltet ist.

Iris Ripsam, jugendpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, wirft in diesem Kontext aber zu Recht ein: „Es möchte jedoch nicht jede Schule – und zwar aus durchaus nachvollziehbaren und guten Gründen – Ganztagesschule werden. Und dennoch besteht auch an solchen Schulen Nachfrage nach Nachmittagsbetreuung.“ Dieser Bedarf setze sich an weiterführenden Schulen fort, gerade für etwa zehn- bis 13-jährige.

Für Stadträtin Iris Ripsam ist deshalb klar, dass aufgrund dieses Bedarfs an Nachmittagsbetreuung das Konzept des Schülerhauses weiterzuentwickeln ist. Es geht um eine Öffnung der Schülerhäuser für Kinder in Halbtagsschulen. Dies ist idealerweise umsetzbar, indem die Schule mit der jeweils vorhandenen Infrastruktur an Bildungs- und Betreuungseinrichtungen Kooperationen eingeht. Ein Beispiel für eine solche infrage kommende kooperative Institution ist die Jugendhausgesellschaft, die eventuell ein spezifisches Betreuungsmodul von man anbieten könnte. Es gibt weitere grundsätzlich infrage kommende Möglichkeiten der Betreuung im Umkreis der jeweiligen Schule, die zu prüfen sind.

Die CDU-Fraktion stellt deshalb an die Adresse der Stadtverwaltung die Frage, welche Überlegungen zur Deckung der Nachfrage an Betreuungsplätzen für Halbtagsgrundschulen weiterverfolgt werden und darüber hinaus, welche Betreuungsangebote für Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Halbtagsschulen zur Diskussion stehen.

Zwar gab es zwischenzeitlich Gelegenheit, über das Thema im Jugendhilfeausschuss zu sprechen, doch sieht die CDU weiteren Diskussionsbedarf, um in der Sache weiterzukommen. Fred-Jürgen Stradinger, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sagt: „Wir erhalten von unterschiedlichen Schulen immer wieder Rückmeldungen, dass das Schülerhaus zwar gut ist, es perspektivisch aber mehr als die Funktion einer „Übergangshilfe“ zum Ganztagesbetrieb haben sollte.“ Zudem geht er mit seiner Kollegin einig, dass die bezweckte Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch bedeutet, dass nicht nur der Beruf ausgeübt werden können muss, dass vielmehr genauso die Möglichkeit für Familien bestehen muss, an bestimmten Nachmittagen das Familienleben nach eigenen Vorstellungen gestalten zu können.