Art der Veröffentlichung
Datum
30.04.2015

Schutz vor Feinstaub

Im Zusammenhang mit dem Baubeschluss des Rosensteintunnels wurden zusätzliche Straßenbegleitmaßnahmen beschlossen. Diese sollen den positiven Effekt des neuen Tunnels verstärken. Das geschieht zum Beispiel mit dem sogenannten Durchstich der Werderstraße. Mit dem Anschluss der Werderstraße an die Cannstatter Straße und der Verkehrsumleitung auf die Bundesstraße würden die Neckarstraße und der Stöckach von Verkehr, Abgas und Lärm insgesamt entlastet werden. „Eine sinnvolle Planung angesichts dessen, dass in der Neckarstraße und am Stöckach viele Menschen wohnen, an der Cannstatter Straße jedoch kaum jemand“, befindet Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. Die Maßnahme der Verkehrsleitung auf die Hauptverkehrsachse würde im Wohngebiet den Durchgangsverkehr verringern.

Der Presse war zu entnehmen, dass das Regierungspräsidium sowie nun auch der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt diese Maßnahme nicht mehr umsetzen wollen. Entgegen der bisherigen Planung soll der Verkehr nicht mehr auf der Bundesstraße gebündelt werden. „Das hat sicherlich zur Folge, dass an der dortigen Meßstelle am Neckartor bessere Feinstaubwerte erreicht werden können. Die Folge ist aber auch, dass sich der Verkehr weiterhin direkt an den Fenstern der Anwohner der Neckarstraße, am Stöckach und auch direkt vor der Tür des Zeppelin-Gymnasiums vorbeiwälzen würde“, beklagt Alexander Kotz. „Mit dieser wenig vorlockenden Perspektive wäre auch die Attraktivitätssteigerung dahin, die sich die Nutzer des Radwegs entlang der Neckarstraße aufgrund der in Aussicht gestellten Abnahme des Autoverkehrs erhofft hatten.“

Die aus dem behördlichen Verhalten sich ergebende Frage ist doch, ob hier eine neue Strategie der Verkehrsplanung für Stuttgart vorliegt, die darin besteht, dass der Verkehr von Hauptverkehrsachsen mit Feinstaubmeßstellen wie der Cannstatter Straße oder der Hohenheimer Straße so weit als möglich ferngehalten wird und dies erreicht werden soll, indem der Verkehr in Neben- und Wohnstraßen aufgefächert wird. „Das kann und darf nicht sein – wir als CDU wollen in erster Linie die Anwohner vor Verkehr, Abgasen und Lärm schützen und eben nicht die Meßstellen!“

Alexander Kotz weiter: „Wir haben deshalb bei der Stadtverwaltung beantragt, zum einen die Begleitmaßnahme „Durchstich Werderstraße“ weiter zu planen und umzusetzen. Zum anderen solle die Verwaltung im Ausschuss für Umwelt und Technik berichten, wie sie zur bisherigen Strategie der Verkehrsbündelung steht.“ Von Interesse sei zudem, ob es aktuell andere, dem der Werderstraße ähnliche Fälle gibt.