Art der Veröffentlichung
Datum
06.11.2014

Sozialticket weiter gedacht

Am 1. Januar 2015 wird das Sozialticket für die Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs eingeführt. Es ist eine gute Sache, hilft es doch den Bonuscard-Besitzern, besser, das heißt zu einem besser bezahlbaren Betrag, mobil zu sein.

Die CDU-Fraktion zeigte sich kompromissbereit in der Unterstützung bei der Einführung dieses Tickets, vor allem auch deshalb, weil die Gemeinderatsmehrheit bereits ein Jobticket beschlossen hat. Dieses beinhaltet einen deutlich erhöhten Zuschuss zur ÖPNV-Fahrkarte für alle städtischen Bediensteten. „Es war für uns die logische Konsequenz, den städtischen Zuschuss für die Fahrkarte für Bonuscard-Besitzer bei in den vergangenen Jahren selbstverständlich teurer gewordenen Ticketpreisen ebenfalls angemessen anzuheben“, so Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. Zukünftig gibt es keinen Festzuschuss mehr, vielmehr übernimmt die Stadt die Hälfte der Kosten für ein und zwei Zonen, was auch bei Preiserhöhungen gilt. Elf Prozent der Einwohner können davon profitieren.

Wünschenswert wäre zweifellos, dass sich auch das Land an den Mehrkosten beteiligen würde. So jedoch stemmt die Stadt das überplanmäßige Finanzpaket in Höhe von 2,7 Millionen Euro. „Wichtig wäre uns darüber hinaus gewesen, dass man bei der Bezeichnung des Tickets von der Spezifizierung mit „sozial“ wegkommt, weil es sich anhört, als ob der Staat hier einer gesetzlichen Pflicht nachkommt“, sagt Stadtrat Thomas Fuhrmann. Doch es handelt sich um eine Freiwilligenleistung der Stadt. „Sinnvoller Weise haben wir in Stuttgart ja auch die Bonuscard und nicht etwa eine Sozialcard. “Hier hat die Gelegenheit bestanden, dem Kind einen neuen Namen zu geben, weshalb wir für die Bezeichnung Bonusticket plädiert haben.“

Schade, dass sich dafür keine Mehrheit im Gemeinderat gefunden hat. Vielleicht ist diese Idee der CDU-Fraktion aber ja doch nicht verloren. Denn nicht selten setzen sich innovative Ideen nicht sofort um, sondern es wird ihnen erst zu einem späteren Zeitpunkt zum Durchbruch verholfen. Und bezeichnender Weise war bereits im Stuttgarter Amtsblatt im Artikel zur Einführung des Sozialtickets auf Seite eins die Hautüberschrift „Höherer Bonus für ÖPNV“.

Dennoch darf man in Stuttgart zweifellos stolz darauf sein, eine Freiwilligenleistung in diesem Umfang anbieten zu können, zumal es keine andere deutsche Stadt gibt, die so viel Geld dafür zur Verfügung stellt. Es ist richtig, sozial Schwächeren auch im Bereich der Mobilität die Möglichkeit der Teilhabe am öffentlichen Leben zu geben.