Art der Veröffentlichung
Datum
26.05.2017

Städtebauliche Chance nutzen

Es muss weitergehen und angesichts der fortschreitenden Zeit sind deshalb Entscheidungen vonnöten. Darin sind sich die im Gemeinderat vertretenen Fraktionen CDU, SPD, Freie Wähler und die Gruppierung FDP einig und deshalb sprechen sie sich gemeinsam dafür aus, sowohl einen städtebaulichen als auch einen architektonischen Wettbewerb im Kontext von Stuttgart 21 auf den Weg zu bringen.

Denn dieses Großprojekt bietet eine städtebauliche Jahrhundertchance. Mit dem Projekt gewinnt Stuttgart neben verkehrlichen Verbesserungen vor allem städtebauliche Entwicklungsflächen. Es entsteht Raum für neue Wohn- und Arbeitsquartiere. Zudem erfährt der Park im Herzen der Stadt eine beachtliche Vergrößerung. Die soeben abgeschlossene Bürgerbeteiligung Rosenstein zeigt, dass die Gestaltung dieser Freiflächen den Bürgerinnen und Bürgern besonders wichtig ist. Ein dabei herausgearbeitetes Element ist beispielsweise die Schaffung von Wasserflächen.

Zwar fußt der Entwurf – aus dem Realisierungswettbewerb aus dem Jahre 2005 – auf vielen nach wie vor gültigen Rahmenbedingungen. Das betrifft etwa die gemischte Quartiersnutzung in der Tradition der Stuttgarter Gründerzeitviertel, wie man sie etwa aus dem Westen der Stadt kennt. Doch manches hat sich seither verändert. So müssen öffentliche Räume heute anderen Ansprüchen genügen als vor 20 Jahren. Die Verbindung von Wohnen und Arbeiten hat einen höheren Stellenwert erfahren. Der geförderte Wohnungsbau rückt stärker in den Fokus, das Feld der Architektur hat sich weiterentwickelt und nicht zuletzt sieht man heute einer Internationalen Bauausstellung mit Vorfreude entgegen.

Zahlreiche noch offene Fragen könnten in einem städtebaulichen Wettbewerb diskutiert und bearbeitet werden. Das betrifft auch die Geländemodellierung zwischen dem Stuttgarter Norden und Osten oder den Umgang mit dem Überwerfungsbauwerk.

Zudem gilt es, in einem Architekturwettbewerb das Gebiet am Straßburger Platz, gegenüber des Bonatz-Baus des Bahnhofs, konkret zu entwickeln. Hier müsste ein markantes Gebäude, um nicht zu sagen ein neues Stuttgarter Wahrzeichen entstehen. Ist dies der Platz für ein Kultur- und Kongresszentrum, eine Philharmonie oder das zukünftige Lindenmuseum?

Die Entscheidungen hierzu können nicht auf die lange Bank geschoben werden, weshalb die Fraktionen beantragt haben, schon im Juli dieses Jahres den Themenkomplex auf die Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt und Technik zu setzen. Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz: „Wir sehen uns in der Situation, auch hier den Takt anzugeben.“