Art der Veröffentlichung
Datum
23.07.2015

Stillstand am Marktplatz?

Im Zuge der Betriebsaufgabe des Café Scholz am Marktplatz herrschte großer Aufruhr in Öffentlichkeit, Medien und Politik. Allseits wurde die Besorgnis geäußert, der zentrale Platz vor dem Rathaus verlöre nun noch mehr an Aufenthaltsqualität und verfalle jenseits von Markt- und Veranstaltungsnutzungen vollends in einen Dornröschenschlaf.

Eilig wurden Konzepte und Ideen ins Spiel gebracht, die bislang zu keinem handfesten Resultat führten. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Jeder Ansatz zu einer durchgreifenden Gestaltungsänderung des Marktplatzes begegnet unterschiedlichen Beschränkungen. Mit Wochenmarkt, Weindorf, Weihnachtsmarkt und etlichen anderen Veranstaltungen ist die Nutzung des Marktplatzes für einen Großteil des Jahres bereits verbindlich vorgegeben. Der darunter liegende Bunker stellt großgedachte Planungsüberlegungen zudem vor weitere Herausforderungen, sein Schicksal bleibt buchstäblich im Dunkeln. Schließlich kommt die Schattenlage vor dem Rathaus als weitere Erschwernis hinzu.

„Wenden wir uns also zunächst einfacheren Lösungen zu“, schlägt Stadtrat Dr. Fabian Mayer vor. „Dabei gibt es zahlreiche Ansätze, die sich im Bestreben, die Attraktivität des Platzes zu steigern, kurzfristig verfolgen ließen.“ Zunächst könnte man die bestehenden Sitzgelegenheiten, wie die Steinquader vor dem Rathaus „aufmöbeln“, etwa durch Holzelemente, denn nicht jeder sitze gerne auf Kaugummis.

Auch die Sitzmöglichkeiten um den Brunnen herum wirken vernachlässigt. Neue Sitzgelegenheiten könnten hier einen ganz anderen Eindruck vermitteln. Auch mit zusätzlicher Begrünung ließen sich Fortschritte erzielen.

Zur Frage, ob sich modulare Gastrokonzepte auf dem Marktplatz verwirklichen lassen, hat die Verwaltung bereits Stellung genommen und auf eine Bewirtschaftung über den Ratskeller hingewiesen. Ließe sich der unter dem Platz liegende Bunker aber nicht auch für weitere Gastronomen als Lagerfläche nutzen?

Noch einen Schritt größer gedacht wäre es, auf dem Marktplatz einen neuen Bodenbelag aufzubringen. Nimmt man beispielsweise die Königstraße und insbesondere den Rotebühlplatz in den Blick, so zeigt sich, welche Aufwertung hierdurch erzielt werden konnte.  

Die CDU-Fraktion richtet deshalb an die Adresse der Stadtverwaltung die Frage, welche Maßnahmen gegenwärtig untersucht werden, um die Attraktivität des Marktplatzes zu steigern. „Wir regen zudem an, eine Kooperation mit der Fakultät Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart oder der Architektenkammer Stuttgart zum Gesamtthema „Unser Marktplatz“ einzugehen.“