Art der Veröffentlichung
Datum
28.06.2012

Stuttgarter Innenentwicklungsmodell

„Der Schuss darf nicht nach hinten losgehen“

Lange wurde über das SIM (Stuttgarter Innenentwicklungsmodell) debattiert und gestritten bis es im März vergangenen Jahres vom Gemeinderat beschlossen wurde. Es begründet sich aus einer Balance stadtentwicklungs-, wohnungs- und integrationspolitischer Zielsetzungen. Dies ist grundsätzlich zu befürworten. Doch die Praktikabilität des Modells muss sich erst erweisen. Zwei Jahre hat man für eine entsprechende Pilotphase angesetzt.

Eine Bachelorarbeit an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg hat das SIM zum Untersuchungsgegenstand genommen und aufgezeigt, dass es einen enormen Grundstückswertverlust generiert – von bis zu Zweidritteln Wertverlust des Grundstücks ist die Rede. Bedeutet das nicht de facto Verluste für die Stadt und damit für ihre Bürger?

„Dieser Umstand lässt befürchten, dass am Ende die Ziele verfehlt werden könnten und das SIM sich damit nicht zugunsten der Allgemeinheit, das heißt für einen gesunden, im Sinne von sozial gerechtem sowie marktwirtschaftlich orientiertem Wohnungsbau in der Stadt entwickeln könnte“, sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Joachim Rudolf. „Dann wäre der Schuss nach hinten losgegangen.“

Die Stadträte Joachim Rudolf, Alexander Kotz und Fabian Mayer haben deshalb bei der Stadtverwaltung beantragt, dass bereits vor Ablauf der zweijährigen Erprobungsphase dem Gemeinderat über die bisher mit dem SIM gemachten Erfahrungen berichtet wird, dass die Verbesserungspunkte des SIM benannt werden und Stellung bezogen wird, wie sich die in der Bachelor-Arbeit aufgezeigten Wertverluste für die Stadt auswirken und wie die Stadt diese auszugleichen gedenkt.