Art der Veröffentlichung
Datum
18.05.2017

Unfälle an Stadtbahnhaltestellen

Laut Medienberichten kam es auf den Stadtbahngleisen in der Schlossstraße bereits zu fünf schweren Unfällen mit Fußgängern binnen eines Jahres. Davon endete eine Kollision mit einer Stadtbahn sogar tödlich. Auch wenn am Ende die Unachtsamkeit der Fußgänger zu den Unfällen geführt haben sollte, lässt sich unabhängig davon dort von einem Unfallschwerpunkt sprechen. Offensichtlich reichen der Z-förmige Gleisübergang und das gelbe Blinklicht an dieser Stelle, kurz vor der Haltestelle Berliner Platz, nicht aus, um die Fußgänger ausreichend auf nahende Stadtbahnen aufmerksam zu machen.

„Für uns ist es deshalb höchste Zeit, sich dieses Problems vertiefend anzunehmen, so dass die Unfallgefahr an Stadtbahnhaltestellen auf Dauer reduziert werden kann“, erklärt Stadtrat Jürgen Sauer. Konkret fordert die CDU-Fraktion die Stadtverwaltung auf, gemeinsam mit der Stuttgarter Straßenbahnen AG zusätzliche geeignete Maßnahmen an diesem und anderen Unfallschwerpunkten in der Stadt zu ergreifen.

Geprüft werden soll dabei die Einführung einer Bodenampel, welche bereits seit einem Jahr in Köln und Augsburg im Einsatz ist (https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenampel). „So haben wir von den Stadtwerken Augsburg erfahren, dass die Bodenampel mit ihrem roten Licht einen wahrnehmbaren Teilerfolg für mehr Sicherheit erzielen kann“, sagt Stadtrat Dr. Klaus Nopper. Beobachtungen und Aussagen von Straßenbahnfahrern hätten ergeben, dass die Fußgänger dadurch deutlich bewusster schauen, bevor sie die Schienen überqueren. Dieses Signal hilft insbesondere in den Fällen, in welchen Fußgänger durch ihr Handy abgelenkt den Blick auf den Boden richten.

Darüber hinaus ist in Erwägung zu ziehen ist, auch farbliche Markierungen auf dem Boden anzubringen, die die Passanten auf die näher kommende Stelle einer Gefahrensituation hinweist.

Oft ist das Klingeln des Stadtbahnfahrers eine wichtige Warnung für Fußgänger. Daher wird angeregt, auch ein akustisches Wahnsignal, welches am Bahnschienenübergang bei einer sich nähernden Stadtbahn automatisch ertönt, zu überprüfen und entsprechend wirkungsvoll einzusetzen.

Die Stadträte Jürgen Sauer und Dr. Klaus Nopper machen deutlich, dass es nicht darum geht, den Fußgänger aus der Verantwortung zu entlassen, sich als Verkehrsteilnehmer – wie auch Rad- oder Autofahrer – achtsam zu bewegen und die Verkehrssituation insgesamt im Blick zu behalten. Dennoch sei spätestens bei Unfallhäufungen an bestimmten Stellen über Sicherheitsverbesserungen nachzudenken, die Leib und Leben schützen helfen.