Art der Veröffentlichung
Datum
12.11.2015

Vorbildliche Einigung

Degerloch freut sich seit Jahren auf den Bau einer dringend notwendigen Sporthalle mit Bewegungslandschaft. Nach Abschluss der Planungsphase und des Architekturwettbewerbs stand dem Bau der Ballsporthalle im Sportgebiet Waldau eigentlich nicht mehr viel im Weg. Die CDU-Gemeinderatsfraktion wollte und will immer noch die Baukosten für den kommenden Doppelhaushalt bereitstellen. Der Neubau kostet 8.660.000 Euro. Doch am 30. September präsentierte die Verwaltung ein großes Hindernis für eine zeitnahe Realisierung des Projekts.

Bei der notwendigen Unterbringung von Flüchtlingen, die bei uns in Deutschland vor Krieg, Folter und Verfolgung Schutz finden, schlug die Verwaltung den ehemaligen Tennenplatz am Georgiiweg als neuen Standort vor, um dort eine provisorische Flüchtlingsunterkunft zu errichten. Ein schnell zu errichtender Containerbau für 306 Menschen. Aber genau hier sollte doch die Ballsporthalle entstehen. Daher präsentierte CDU-Wirtschaftssprecher Joachim Rudolf der Verwaltung einen ersten Alternativstandort für die Flüchtlinge, in unmittelbarer Nähe. Ziel der CDU war und ist es, beides bestmöglich zu stemmen, nämlich die Flüchtlingsunterbringung zu regeln und die von Sportvereinen, der Waldschule und Bürgerinnen und Bürgern lange gewünschte Sporthalle zu bauen.

Es folgten acht weitere alternative Standortvorschläge durch den Degerlocher Bezirksbeirat. Ein tolles Beispiel für eine aktive Bürgerbeteiligung, mit deren Hilfe eine konstruktive Lösung erreichbar wird.

Die Verwaltung beurteilte drei von den insgesamt neun Alternativstandorten als umsetzbar, blieb aber selbst weiterhin der Meinung, ihr Vorschlag am Georgiiweg wäre der bessere Plan. Dieser Auffassung konnte die CDU-Gemeinderatsfraktion nicht folgen. Wenn vor Ort ein so breites Bündnis nach einer Vereinbarkeit von Flüchtlingsunterbringung und Ballsporthallenbau sucht, bedarf dies der Unterstützung. „Wir haben uns gewünscht, dass die Verwaltung zu einer anderen Entscheidung kommt“, erklärte CDU-Stadtrat Joachim Rudolf. „Unsere Fraktion spricht sich dafür aus, Teile des Zentralen Platzes und des Tennenplatzes der Sportfreunde als Standort für die Flüchtlingsunterbringung zu nutzen.“ Die Sportfreunde Stuttgart hatten sich selbst für dieses Vorgehen ausgesprochen und erklärt, für den Übergang in Absprache mit dem TUS Stuttgart deren Kunstrasenplatz mitzubenutzen. „Wir sollten uns trauen, diesen Weg zu gehen“, meinte Rudolf daher. Auch die Wirtschafts- und Sportausschüsse schlossen sich dieser Ansicht einstimmig an.