Art der Veröffentlichung
Datum
20.03.2015

Vorfahrt für Familien statt Einheitsbrei

Eltern sollen entscheiden können, welches Schulbetreuungsangebot am besten passt

Die CDU-Fraktion fordert es seit langem und unterstützt dabei die Forderung der Eltern von Schulkindern: Die Wahlfreiheit bei der Betreuung an Grundschulen. Das heißt, dass neben der grundsätzlich zu befürwortenden Ganztagesgrundschule auch der Halbtagesbetrieb aufrechtzuerhalten bleibt. Denn viele wollen keine starre Ganztagsschule mit Anwesenheitspflicht bis 16 Uhr, sondern brauchen flexible Betreuungsangebote.

Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz führt aus: „Wir werden nicht müde, uns für eine echte Angebotsvielfalt einzusetzen, damit die Familien das Betreuungsangebot aussuchen können, das am besten ihrem eigenen Familienkonzept passt. Nicht jede Familie benötigt die Ganztagesschule, sondern will durchaus an den verschiedenen Wochentagen unterschiedlich viel Zeit für sich gestalten können.“

Bisher zeigt die Erfahrung zum Bedauern der CDU-Fraktion, dass die tatsächliche Wahlfreiheit zwischen Halbtagsschule mit zusätzlichen Angeboten und der Ganztagesschule weiter schwindet. In der Praxis wird seitens der Verwaltungen von Land und Kommunen das Konzept von der Ganztagesschule konsequent verfolgt mit der Begleitkonsequenz, dass auch das außerschulische Freizeit- und Bildungsangebot für die weniger werdenden „Halbtagesschüler“ abnimmt.

Die Halbtagsschule droht an Bedeutung zu verlieren, und mit ihr gehen gewachsene Strukturen einer gut funktionierenden sowie sinnvollen Freizeitbeschäftigung außerhalb der Schule verloren. Stadtrat Fred-Jürgen Stradinger: „Bei aller Befürwortung und Berechtigung der Ganztagesschule ob ihrer Vorzüge, ist auch dem Wunsch nicht weniger Eltern Rechnung zu tragen, mehr wertvolle Zeit mit den Kindern verbringen zu können, was nur das Konzept der Halbtagesschule ermöglicht.“

Anders als in vielen Städten gab es in Stuttgart keine Umfrage, was Familien wirklich wollen: nur Ganztagsschule mit Anwesenheitspflicht? Oder auch Schulen mit flexibler Betreuung? Eine solche Elternbefragung – wie sie die CDU-Fraktion bereits beantragt hatte – wurde von der linken Mehrheit im Verwaltungsausschuss vor einem Jahr leider abgelehnt. Doch erkennt man zwischenzeitlich auch außerhalb der CDU die Negativ-Entwicklung von weniger Angeboten bei der Halbtagsschule in der unmittelbaren Umgebung beziehungsweise im Stadtbezirk, was den Einsatz für besagte Wahlfreiheit allgemein verstärkt.

Wichtig ist der CDU-Fraktion, dass aufgrund der Gleichwertigkeit beider Grundschulvarianten die Verwaltung zur Stärkung des Bildungs- und Freizeitangebots an Halbtagsschulen beiträgt. „Wir fordern die Verwaltung zudem auf darzulegen, wie in den Stuttgarter Stadtbezirken dauerhaft ein Angebot an Halbtagesgrundschulen mit zusätzlichen Betreuungsangeboten gemäß dem Motto ´kurze Beine, kurze Wege´ aufrechterhalten werden kann. In jedem Stadtbezirk bedarf es einer echten Wahlfreiheit“, so der Fraktionsvorsitzende.