Art der Veröffentlichung
Datum
19.04.2018

Wege bei John-Cranko-Schule

Der Neubau der John-Cranko-Schule ist für das Stuttgarter Ballett die Voraussetzung dafür, eine der weltweit führenden Ballett-Compagnien langfristig zu bleiben. Der Neubau in der Nähe der ständigen Spielstätten Opernhaus und Kammertheater Stuttgart bietet nicht nur für die Künstler viele Vorteile, sondern ist auch architektonisch interessant und schafft eine Verbindung mit den Stuttgartern. Es gibt zahlreiche Gründe, warum die Stadt und das Land zusammen den Neubau der John-Cranko-Schule finanzieren.

Doch unlängst in der Sitzung des Bezirksbeirats Mitte schlug ein Thema auf. Dessen Inhalt war, dass die Zusammenarbeit mit dem Land nicht immer nach Absprache verläuft. So heißt es laut Stadtverwaltung, dass das Land nun einen Fußweg entlang der John-Cranko-Schule verhindern möchte. „Dabei war diese Durchwegung von Beginn an vereinbart und geplant worden“, erklärt Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. Der Bezirksbeirat Mitte habe dafür extra 300.000 Euro STEP-Mittel bereitgestellt und der Gemeinderat im Haushalt zusätzliche 200.000 Euro beschlossen. Weitere Mittel werden durch den Etat des Garten-, Friedhof- und Forstamts beigesteuert, so dass gemäß allgemeinen Kenntnisstands für die Fußgänger-Wegebeziehungen insgesamt rund 800.000 Euro eingeplant sind.

Alexander Kotz weiter: „Gerade vor dem Hintergrund, für Stuttgart Verbesserungen im Mobilitätsbereich zu erzielen, darf hier nicht einfach eine Chance für die Attraktivitätssteigerung des Fußverkehrs vergeudet werden.“

Wie im Bezirksbeirat Mitte am 19. März 2018 seitens der Verwaltung berichtet, zielt ein Kompromissvorschlag des Landes mit der Stadt nun darauf ab, den Fußweg in einer Sackgasse, versehen mit einer Aussichtsplattform, enden zu lassen. Dies wurde vom Bezirksbeirat abgelehnt. Eine Fußgängersackgasse für 800.000 Euro statt einer neuen attraktiven Wegebeziehung für Fußgänger vom Osten in die Innenstadt hält die CDU-Fraktion für einen Treppenwitz.

Dementsprechend hat sich die CDU-Gemeinderatsfraktion mit einer klaren Forderung an die Adresse der Verwaltung positioniert, indem sie letztere per Antrag beauftragt hat, mit dem Land so zu verhandeln, dass die ursprünglich von Stadt und Land geplante neue Wegebeziehung auch in die Realität umgesetzt wird. Dazu, so die CDU-Fraktion, solle die Fachverwaltung zeitnah im Ausschuss für Umwelt und Technik berichten. „Wir sind jedenfalls der Meinung, dass Hochkultur und Fußgängerverkehr durchaus miteinander vereinbar sind.“