Art der Veröffentlichung
Datum
12.03.2015

Weitere Feinstaub-Messstelle

Schaut man sich die Feinstaubwerte am Neckartor in Stuttgart an, sind diese in den vergangenen Jahren zwar tendenziell geringer geworden. Dennoch liegt die Belastung nach wie vor deutlich über den zulässigen Grenzwerten. Das ist ein Faktum, das genauso zu respektieren ist wie das, dass der Standort der Messstelle am Neckartor nicht beliebig ausgewählt, sondern nach bestimmten Vorgaben eingerichtet worden ist.

„Dennoch wäre interessant zu wissen, ob dieser Messpunkt die Feinstaubbelastung am Neckartor generell wiedergibt“, sagt Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. „Möglicherweise ist die Verschmutzung nur wenige Meter weiter oder etwa auf der anderen Straßenseite deutlich geringer.“

Wenn dem so wäre, würde das die hohen Belastungswerte am jetzigen Messpunkt keineswegs in Zweifel ziehen, es würde aber doch die hohen Werte etwas relativieren. Auch – immer vorausgesetzt, im Ergebnis stellen sich die Werte besser dar – würde das Image der Stadt, die mit dem Neckartor als extrem dreckigem Ort in Sachen Feinstaub europaweit in den Schlagzeilen steht, bei einer sich möglicherweise ergebenden positiveren Gesamtdarstellung etwas weniger leiden. Auch könnte den besorgten Anrainern zwar nicht Entwarnung, aber aufgrund der veränderten Gesamtbetrachtung vielleicht doch ein realistischeres Bild von den Luftverhältnissen gegeben werden.

Die CDU-Fraktion macht klar, dass es dabei keineswegs darum gehen dürfe, auf irgendeine Weise Dinge schönfärben zu wollen. Das Ziel müsse vielmehr sein, ein umfassendes Bild von der Feinstaubsituation am Neckartor zu erhalten. Bringt eine weitere Messstation gleichermaßen schlechte Ergebnisse hervor, würde das die Diskussion um „den falschen“ Standort der jetzigen Messstelle endgültig beenden. Auf Grund der Wichtigkeit des Themas möchten sich hier die Bürger nicht nur wie bisher auf Berechnungswerte für andere Stellen verlassen.

Vor diesem Hintergrund hat die CDU-Fraktion beantragt, versuchsweise – etwa für die Dauer eines Jahres – eine zweite Messstation unweit der bestehenden aufzustellen. „Diese soll dann allerdings nicht in einer so speziellen Eckbebauung integriert werden wie die bisherige, sondern beispielsweise auf der gegenüberliegenden Straßenseite“, erklärt Stadtrat Alexander Kotz. „Wir wünschen uns eine Berichterstattung in den zuständigen Gremien des Gemeinderats sobald der Versuch beendet ist und das Ergebnis beziehungsweise die Auswertung vorliegt.“ Sicher sei in jedem Fall, dass mit den Anstrengungen für eine bessere Luftqualität in der Stadt nicht nachgelassen werden dürfe.