Art der Veröffentlichung
Datum
22.01.2015

Werbung am Wilhelmspalais

Der Umbau des Wilhelmspalais zum Stadtmuseum, das in exponierter Lage den gleichermaßen hoch frequentierten öffentlichen Räumen Konrad-Adenauer-Straße und Charlottenplatz zugewandt ist, befindet sich nach dem Baubeschluss durch den Gemeinderat Anfang des Jahres zwischenzeitlich in vollem Gange. Die Kosten für den Umbau betragen rund 38 Mio. Euro.

Jetzt wurde der Grundstein für das Stadtmuseum gelegt. Im Herbst 2017 soll es dann seine Türen öffnen. Erfreulicher Weise liegen die Maßnahmen im Zeitplan.

„Durch den Umbau bedingt, bietet das Gebäude grundsätzlich für längere Zeit die Möglichkeit, die große Gerüstfläche vor der Außenfassade als Gestaltungsfläche im öffentlichen Straßenraum zu nutzen“, sagt Stadtrat Joachim Rudolf. Deshalb ist er der Ansicht, dass unter Beachtung der entsprechenden Rahmenbedingungen bei einem solchen historischen und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in dieser Lage sicherlich nicht unerhebliche Einnahmen aus der temporär begrenzten Vermarktung des Gerüstes als Werbefläche erzielt werden könnten. „Von anderen Bauprojekten wissen wir, dass diese Annahme realistisch ist.“ Selbstredend sei bei einem solchen stadtbildprägenden Schmuckstück wie dem Wilhelmspalais bei seiner Nutzung zu Vermarktungszecken besondere Sensibilität an den Tag zu legen. Doch der Gemeinderat hat stets auch die finanzielle Situation der Stadt und damit letztlich immer auch die Bürgerinnen und Bürger als Steuerzahler gerade bei Investitionen in dieser Größenordnung im Auge zu behalten. 

Vor diesem Hintergrund hat die CDU-Fraktion bei der Stadtverwaltung beantragt, Auskunft zu geben, ob unter den gegebenen Rahmenbedingungen und insbesondere aufgrund des Baurechts eine zeitlich begrenzte Vermarktung der Gerüstfläche für Werbung möglich ist. „Wir wünschen uns eine Kalkulation über den durch eine solche Vermarktung für die Stadt erzielbaren Ertrag“, so Joachim Rudolf. Begrüßenswert sei es, wenn dieser Ertrag zweckgebunden, etwa zur Finanzierung von Sonderausstellungen des zukünftigen Stadtmuseums eingesetzt werden könnte. Desweiteren bittet die CDU die Verwaltung einzuschätzen, ob aufgrund der historischen Bedeutung des Gebäudes Werbung beispielsweise nur für bestimmte Produkte am Gerüst vorstellbar wäre.

Deutlich wird, dass es der CDU nicht um Kommerz statt Kunst geht. Im Gegenteil: wirtschaftliches Denken soll der Kunst nutzen, indem aus der Vermarktung der derzeit ohnehin verstellten Fassade Einnahmen generiert werden, um den Stadtsäckel zu entlasten beziehungsweise gezielt dem Museum zugutekommen zu lassen.